Schladming, für Wintersport und für Nachhaltigkeitsinitiativen bekannt, beschreitet mit einem schwimmenden Photovoltaiksystem neue Wege in der erneuerbaren Energiegewinnung. Diese Initiative unterstützt den Energiebedarf des Skigebiets und reduziert gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Die Planai-Hochwurzen-Bahnen verfolgen ein ambitioniertes Ziel: Bis 2029 sollen 16 % des Strombedarfs durch selbst erzeugte erneuerbare Energie gedeckt werden. Im Rahmen eines umfassenden Photovoltaik-Konzepts werden jedes Jahr neue Projekte auf geeigneten Flächen umgesetzt. Das Unternehmen zeigt sich offen für innovative Ansätze – wie ein aktuelles Pilotprojekt für eine schwimmende Photovoltaik-Anlage auf einem Speicherteich der Planai beweist.
Nachdem im Jänner erste fünf schwimmende PV-Systeme auf einem Speichersee installiert wurden, erfolgte Anfang März die Erweiterung auf insgesamt zehn Module mit einer Gesamtleistung von 6 kW. Während der Testphase liegt der Fokus auf den Auswirkungen extremer alpiner Wetterbedingungen. Besonderes Augenmerk gilt der Widerstandsfähigkeit der Schwimmkörper gegenüber Eisbildung, Schneelast und Schmelzwasser.
„Als Vorreiter im Bereich Photovoltaik-Ausbau sind wir offen für innovative Lösungen, die unsere Vision einer nachhaltigen Energiezukunft vorantreiben. Mit dem Pilotprojekt der schwimmenden PV-Anlage erhoffen wir uns wertvolle Erkenntnisse über das Potenzial dieser Technologie für die Zukunft der erneuerbaren Energie in alpinen Regionen“, sagt Direktor Georg Bliem, Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen.
Die neu entwickelte, patentierte Technologie von SolOcean in Zusammenarbeit eröffnet neue Möglichkeiten zur Gewinnung von Photovoltaik-Strom im alpinen Raum. In Kooperation mit dem Messtechnikhersteller TELE Haase wird diese innovative Lösung weiter optimiert, um den speziellen Herausforderungen alpiner Regionen gerecht zu werden.
Warum schwimmende Photovoltaikanlagen?
Schwimmende PV-Yysteme bieten eine überzeugende Lösung in Regionen mit begrenztem Flächenangebot oder ungenutzten Wasserflächen. Durch die Installation von Solarpaneelen direkt auf der Wasseroberfläche ergeben sich zahlreiche Vorteile:
- Flächeneffizienz: Ideal für Regionen, in denen Land knapp ist oder für Landwirtschaft, Tourismus oder Naturschutz vorbehalten bleibt.
- Höhere Effizienz: Der kühlende Effekt des Wassers unter den Modulen sorgt für niedrigere Betriebstemperaturen und verbessert dadurch die Leistung der Solarpaneele.
- Weniger Wasserverdunstung: Die Abdeckung durch die Paneele reduziert die Verdunstung von Wasser aus Speichern – ein zusätzlicher ökologischer Nutzen.
- Weniger Algenwachstum: Durch die eingeschränkte Sonneneinstrahlung kann das übermäßige Algenwachstum im Wasser vermindert werden.
- Doppelte Ressourcennutzung: Speicherteiche, Stauseen und andere Gewässer können zusätzlich als Energiequellen genutzt und somit effizienter eingesetzt werden.
Dieses Projekt in Schladming zeigt eindrucksvoll die Synergie zwischen Technologie und Natur und beweist, dass innovative Lösungen für erneuerbare Energie selbst in alpinen Regionen erfolgreich umgesetzt werden können. Da Schneekanonen eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung der Pistenqualität spielen – insbesondere angesichts sich verändernder Wetterbedingungen – ist eine nachhaltige und unabhängige Energieversorgung wichtiger denn je.